Coral Spawning, photo credit: Paul Selvaggio

Korallenriffe brauchen unsere Hilfe – wie können wir sie retten?

Von Carin Jantzen und Heinz Krimmer.

Korallen existieren seit Millionen Jahren, doch jetzt ist ihre Zukunft in Gefahr. Um ihr großflächiges Überleben zu sichern, reicht besserer Schutz allein nicht mehr aus. Die Bekämpfung des Klimawandels hat erste Priorität, auch in unserem eigenen Interesse. Lokale Stressfaktoren wie Überfischung und Verschmutzung müssen beseitigt werden. Gleichzeitig müssen die geschädigten Riffe aktiv durch Aufforstung unterstützt werden.

“Der Wiederaufbau der Korallenriffe – die Herausforderung dieses Jahrzehnts“
Der Titel des von der International Coral Reef Society (ICRS) veröffentlichten Strategiepapiers bringt den Zustand der weltweiten Korallenriffe deutlich zum Ausdruck. Die ICRS ist das Sprachrohr der Korallenforscher*innen weltweit und richtet sich in ihrem Appell an die internationale Politik. Darin werden die nötigen Maßnahmen, den “drei kritischen und miteinander verknüpften Bereichen der internationalen Politik – Klimawandel, biologische Vielfalt und nachhaltige Entwicklung”, vorgestellt, damit die Korallenriffe als vielfältige und wirtschaftlich wichtige Ökosysteme überleben.

Diese drei Handlungsbereiche hängen voneinander ab und müssen gleichzeitig in Angriff genommen werden:
Verringerung der globalen Klima Bedrohungen durch Senkung der Treibhausgasemissionen und Erhöhung der Kohlenstoffbindung.
● Verbesserung der lokalen Bedingungen durch verstärkten Schutz und besseres Management, um die Widerstandsfähigkeit der Korallenriffe zu verbessern.
● Investitionen a) in die Forschung innovativer Methoden und Technologien zur Riff Aufforstung und b) in aktive Aufforstung der Korallenriffe, um die Erholung und Anpassung zu verbessern und die Artenvielfalt zu erhalten oder wiederherzustellen.

Verringerung der globalen Klima Bedrohung.

Die Zeit drängt: “Das kommende Jahrzehnt bietet wahrscheinlich die letzte Chance für internationale, regionale, nationale und lokale Stellen, die Entwicklung der Korallenriffe von einem weltweiten Zusammenbruch hin zu einer langsamen, aber stetigen Erholung zu verändern.“ (Rebuilding coral reefs – a decadal challenge).

Investitionen in die Wiederherstellung von Korallenriffen werden sich auch wirtschaftlich auszahlen, zum Beispiel durch sich selbst erhaltenden Küstenschutz und Einnahmen aus der Fischerei. Letztendlich wäre der Verlust unserer Riffe viel teurer als ihre Erhaltung zu finanzieren (UN Environment Programme: The Coral Reef Economy).

Und wir müssen den Korallen Zeit verschaffen, damit sie sich in der Zukunft wieder ausbreiten können! Denn die übergeordnete Bedrohung für die Riffe ist der Klimawandel; wie wir in Part 2 erklären: Die Ozeanversauerung und vor allem die Erderwärmung. Daher ist es essentiell, die vereinbarten Klimaziele eingehalten und den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase zu reduzieren. Das Leben auf unserem Planeten, der Erhalt wichtiger Ökosysteme und der Artenvielfalt – wie auch unsere eigene Zukunft, sollten uns am Herzen liegen. (Report on Climate Change 2023 by the International Panel of Climate Change).

Turn the tide for coral reefs, photo credit: Zach Ransom.

Aerial view of a reef, photo credit: Ishan-Unsplash.

Catching invasive lionfish in the Caribbean, photo-credit: Paul Selvaggio.

Schutz der verbleibenden Riffe – lokale Stressfaktoren reduzieren

Unsere Korallenriffe brauchen alle Kraft, die sie kriegen können. Daher ist es wichtig, lokale Stressfaktoren möglichst zu reduzieren – am besten ganz zu unterbinden.

 Korallen brauchen sauberes Wasser! Daher sollte jegliche Meeresverschmutzung vermieden werden, es braucht Maßnahmen zur Reduzierung von Abfällen, Chemikalien und Sedimenten, die ins Meer gelangen. Dies umfasst die Verbesserung der Abwasserbehandlung, die Förderung von Recycling und die Vermeidung von Einwegprodukten. Besonders an den Küsten können Bauprojekte jeder Art, sowie Rohstoffabbau, den Riffen zu setzen. Tropische Regengüsse spülen die entstandenen Sedimente ins Meer und die Algen-Symbionten der Korallen bekommen zu wenig Licht, um Photosynthese zu betreiben (Gefährdung der Riffe). Daher müssen diese Maßnahmen so geplant werden, dass Sedimenteintrag ins Meer vermieden wird. Mancherorts dienten auch die Korallen selbst, der Kalkstein ihrer Skelette, als Baumaterial – wie beim Bau des Flughafens auf den Malediven.

 Überfischung ist eine häufige Tatsache für die Riffe und ist ein gefährlicher Eingriff in das Ökosystem. Wie wir in Blog 1  dargestellt haben, ist ein Korallenriff Teamarbeit. Zum Team gehören auch Algen fressende Fische und Seeigel. Werden diese Grazer dem Riff entnommen, können Steinkorallen der Konkurrenz mit Algen nicht standhalten.

Schutz der verbleibenden Riffe – lokale Stressfaktoren reduzieren

Unsere Korallenriffe brauchen alle Kraft, die sie kriegen können. Daher ist es wichtig, lokale Stressfaktoren möglichst zu reduzieren – am besten ganz zu unterbinden. 

Korallen brauchen sauberes Wasser! Daher sollte jegliche Meeresverschmutzung vermieden werden, es braucht Maßnahmen zur Reduzierung von Abfällen, Chemikalien und Sedimenten, die ins Meer gelangen. Dies umfasst die Verbesserung der Abwasserbehandlung, die Förderung von Recycling und die Vermeidung von Einwegprodukten. Besonders an den Küsten können Bauprojekte jeder Art, sowie Rohstoffabbau, den Riffen zu setzen. Tropische Regengüsse spülen die entstandenen Sedimente ins Meer und die Algen-Symbionten der Korallen bekommen zu wenig Licht, um Photosynthese zu betreiben (Gefährdung der Riffe). Daher müssen diese Maßnahmen so geplant werden, dass Sedimenteintrag ins Meer vermieden wird. Mancherorts dienten auch die Korallen selbst, der Kalkstein ihrer Skelette, als Baumaterial – wie beim Bau des Flughafens auf den Malediven. 

Überfischung ist eine häufige Tatsache für die Riffe und ist ein gefährlicher Eingriff in das Ökosystem. Wie wir in Blog 1  dargestellt haben, ist ein Korallenriff Teamarbeit. Zum Team gehören auch Algen fressende Fische und Seeigel. Werden diese Grazer dem Riff entnommen, können Steinkorallen der Konkurrenz mit Algen nicht standhalten.

Aerial view of a reef, photo credit: Ishan-Unsplash.

Catching invasive lionfish in the Caribbean, photo-credit: Paul Selvaggio.

Schutz der verbleibenden Riffe – Rückzugsorte

Um Überfischung zu vermeiden, müssen Fangquoten, Schonzeiten und Schutzzonen eingeführt werden (Marine Schutzzonen). Wichtig ist die Akzeptanz der Bevölkerung, die auf den Fischfang angewiesen ist. Bewährt haben sich deshalb Netzwerke vieler kleiner Schutzgebiete, die von nutzbaren Zonen unterbrochen sind. Damit können die Anwohner Fisch fangen und die Fangzonen können aus den Schutzzonen heraus wieder besiedelt werden. Ein guter Kompromiss, falls ein kompletter Schutz nicht möglich ist.

 Und es gibt sie noch, die intakten Riffe! Abgelegen und geschützt zeigt zum Beispiel das Kingman-Reef im zentralen Pazifik eine beeindruckende Widerstandskraft gegen den Klimawandel. Die Korallenkolonien sind groß und gesund, im Wasser wimmelt es von Fischen. Zwar hinterließen Stürme und erhöhte Wassertemperaturen auch hier ihre Spuren, doch die Korallen erholten sich schnell. Das zeigt, dass es fernab menschlicher Einflüsse noch Riffe gibt, die ihr Überlebenspotenzial entfalten und durchaus Klimaveränderungen widerstehen können. Wir sollten also gerade diese Riffe besonders schützen, die noch weitgehend intakt sind und gute Chancen haben, die Auswirkungen des Klimawandels auf Grund ihrer Lage besser zu überstehen.

Coral planet, photo credit: Jamie Craggs.

Local fishing practices, photo credit: Arseny Togulev, Unsplash.

Locally and sustainably caught fish in the Caribbean, photo credit: Paul Selvaggio.

Parrot fish in a caribean reef, photo credit: Paul Selvaggio.

Protect coral reefs, photo-credit: Paul Selvaggio.

Protect my reef, photo credit: Paul Selvaggio.

Coral Fragments growing on a tree nursery, photo credit: SECORE.

Aufforstung der Riffe

Doch um das Überleben der Riffe zu sichern, reicht besserer Schutz allein nicht mehr aus – “Meeresschutzgebiete schützen die Korallen nicht vor dem Ausbleichen durch die globale Erwärmung”, wie eine Studie zeigt. Daher sind oft auch Maßnahmen zur Auforstung nötig. Bisher wurde hauptsächlich mit Fragmentation gearbeitet. Bruchstücke von Korallen z.B. durch Stürme entstanden oder von Hand abgetrennt werden zur Wiederaufforstung genutzt. Diese Fragmente sind sozusagen Stecklinge (analog zur Pflanzenzucht; auch wenn Korallen Tiere sind; “Die Wichtigkeit des Ökosystems Korallenriff”), d.h. Klone der Eltern-Kolonien und nicht durch natürliche Vermehrung entstanden. Lokale Projekte können unter guten Bedingungen erfolgreich sein und bieten Möglichkeiten, die lokale Bevölkerung einzubeziehen. Das ist wichtig, um bei den Menschen eine bessere Akzeptanz für die Schutzmaßnahmen der Riffe zu erreichen.

Ein erfolgreiches Projekt ist „MARS Symbioscience“. 2013 startete auf der Insel Badi, unweit der indonesischen Stadt Makassar, ein Projekt zur Wiederaufforstung eines Korallenriffs. Das etwa 7 000 m² große Korallenriff war 30 Jahre zuvor durch Dynamitfischerei zerstört worden und erholte sich seitdem nicht wieder. Innerhalb von drei Jahren entstand ein dicht bewachsenes Riff; Fischer wurden Riffschützer und die lokalen Fischpopulationen erholten sich – auch dank einer inneren Schutzzone.

Aufforstung der Riffe

Doch um das Überleben der Riffe zu sichern, reicht besserer Schutz allein nicht mehr aus – “Meeresschutzgebiete schützen die Korallen nicht vor dem Ausbleichen durch die globale Erwärmung”, wie eine Studie zeigt. Daher sind oft auch Maßnahmen zur Auforstung nötig. Bisher wurde hauptsächlich mit Fragmentation gearbeitet. Bruchstücke von Korallen z.B. durch Stürme entstanden oder von Hand abgetrennt werden zur Wiederaufforstung genutzt. Diese Fragmente sind sozusagen Stecklinge (analog zur Pflanzenzucht; auch wenn Korallen Tiere sind; “Die Wichtigkeit des Ökosystems Korallenriff”), d.h. Klone der Eltern-Kolonien und nicht durch natürliche Vermehrung entstanden. Lokale Projekte können unter guten Bedingungen erfolgreich sein und bieten Möglichkeiten, die lokale Bevölkerung einzubeziehen. Das ist wichtig, um bei den Menschen eine bessere Akzeptanz für die Schutzmaßnahmen der Riffe zu erreichen.

Ein erfolgreiches Projekt ist „MARS Symbioscience“. 2013 startete auf der Insel Badi, unweit der indonesischen Stadt Makassar, ein Projekt zur Wiederaufforstung eines Korallenriffs. Das etwa 7 000 m² große Korallenriff war 30 Jahre zuvor durch Dynamitfischerei zerstört worden und erholte sich seitdem nicht wieder. Innerhalb von drei Jahren entstand ein dicht bewachsenes Riff; Fischer wurden Riffschützer und die lokalen Fischpopulationen erholten sich – auch dank einer inneren Schutzzone.

Coral Fragments growing on a tree nursery, photo credit: SECORE.

Die Zucht von Korallen für die Aufforstung

Der Einsatz von gezüchteten Korallen für die Aufforstung der Riffe konnte erst in den letzten Jahren großflächig umgesetzt werden. Der dabei genutzte Ansatz des Coral Seeding wurde von der gemeinnützigen Organisation SECORE International entwickelt (www.secore.org). Aus im Riff gesammelter Korallen-Laich werden in schwimmenden Kindergärten Korallenlarven aufgezogen. Die sich daraus entwickelten Korallen werden dann in geschädigten Riff-Bereichen ausgesetzt.

Die Nutzung der natürlichen Vermehrung der Korallen fördert nicht nur die genetische Vielfalt und bewahrt so das Potential der Korallen sich an wechselnde Umweltbedingungen anzupassen (coral resilience). Es ermöglicht auch die Massenproduktion von Korallen Babys.

Bei der Anwendung von Coral Seeding verfolgt SECORE eine zweigleisige Strategie: Einerseits werden lokale Partner geschult Coral Seeding nachhaltig anzuwenden, andererseits werden Methoden und Technologien weiterentwickelt und Innovationen zugänglich gemacht, sobald sie zur Verfügung stehen.

Und es gibt tatsächlich Grund zur Hoffnung: viele gezüchtete und in karibischen Riffen angesiedelte Jung-Korallen überstanden die Hitze-Katastrophe 2023 unbeschadet. Bisher hat SECORE ihren Coral Seeding Ansatz mit Partnern in neun karibischen Ländern umgesetzt und ist dabei, die Anwendung im Indischen Ozean und Pazifik voranzutreiben. Um ihre Arbeit fortzusetzen, ist SECORE als gemeinnützige Organisation auf Spenden angewiesen.

A floating coral kindergarten, photo credit: Paul Selvaggio.

Baby coral, photo credit: SECORE.

Collecting coral spawn, photo credit: Reef-Patrol.

Seeding Corals, photo credit: Paul Selvaggio.

Coral breeding lab at Frost Museum, photo credit: SECORE.

X-reef project, Reefense, credit: DARPA.

X-reef project corals as wave breaker, photo credit: Paul Selvaggio.

Bred corals on the reef, photo credit: Paul Selvaggio.

Forschung: Auf der Suche nach den Superkorallen

Manche Korallenarten können sich an die verschlechterten Bedingungen anpassen und gedeihen selbst bei hohen Temperaturen, saurerem Wasser und schlechten Lichtverhältnissen. Auch unter den Symbiose-Algen gibt es hitzetolerantere Stämme. Forschungslabore versuchen bereits, aus widerstandsfähigen Arten sogenannte Superkorallen zu züchten. Dabei nutzen die Forscher*innen die “assisted evolution”, die “geförderte Evolution”, und das entspricht im Prinzip der klassischen Zucht: Individuen mit bevorzugten Merkmalen werden gezielt gezüchtet – wie bestimmte Fellfarben bei Hunderassen oder krankheitsresistentere Pflanzen. Solche Superkorallen könnten einmal der Anker sein, um funktionierende Riff Gemeinschaften zu erhalten und das Überleben der Riffe zu unterstützen.

Eine innovative Idee ist der Bau eines Hybrid Riffs vor der Küste Floridas. Dieses Projekt würde eigentlich einen umfassenden Eingriff in das Ökosystem Riff darstellen, doch hier muss man sich vor Augen führen, dass in Florida leider nicht viel von den Riffen übrig ist. Das X-Reefs-Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt im Rahmen des Reefense Programms von DARPA, einem Forschungszweig des US-Verteidigungsministeriums. Der Fokus liegt hauptsächlich beim Küstenschutz. Dieses Riff soll mit Temperatur-resistenteren Korallen besiedelt werden, die später durch ihr Wachstum das Riff selbst erhalten. Ein Team aus bekannten Wissenschaftlern verschiedener Institutionen arbeitet mit Hochdruck daran. Der Bau dieses hybriden Riffs ist möglicherweise die letzte Hoffnung für die Riffe Florida’s.

Forschung: Auf der Suche nach den Superkorallen

Manche Korallenarten können sich an die verschlechterten Bedingungen anpassen und gedeihen selbst bei hohen Temperaturen, saurerem Wasser und schlechten Lichtverhältnissen. Auch unter den Symbiose-Algen gibt es hitzetolerantere Stämme. Forschungslabore versuchen bereits, aus widerstandsfähigen Arten sogenannte Superkorallen zu züchten. Dabei nutzen die Forscher*innen die “assisted evolution”, die “geförderte Evolution”, und das entspricht im Prinzip der klassischen Zucht: Individuen mit bevorzugten Merkmalen werden gezielt gezüchtet – wie bestimmte Fellfarben bei Hunderassen oder krankheitsresistentere Pflanzen. Solche Superkorallen könnten einmal der Anker sein, um funktionierende Riff Gemeinschaften zu erhalten und das Überleben der Riffe zu unterstützen.

Eine innovative Idee ist der Bau eines Hybrid Riffs vor der Küste Floridas. Dieses Projekt würde eigentlich einen umfassenden Eingriff in das Ökosystem Riff darstellen, doch hier muss man sich vor Augen führen, dass in Florida leider nicht viel von den Riffen übrig ist. Das X-Reefs-Projekt ist ein Gemeinschaftsprojekt im Rahmen des Reefense Programms von DARPA, einem Forschungszweig des US-Verteidigungsministeriums. Der Fokus liegt hauptsächlich beim Küstenschutz. Dieses Riff soll mit Temperatur-resistenteren Korallen besiedelt werden, die später durch ihr Wachstum das Riff selbst erhalten. Ein Team aus bekannten Wissenschaftlern verschiedener Institutionen arbeitet mit Hochdruck daran. Der Bau dieses hybriden Riffs ist möglicherweise die letzte Hoffnung für die Riffe Florida’s.

Coral breeding lab at Frost Museum, photo credit: SECORE.

X-reef project, Reefense, credit: DARPA.

X-reef project corals as wave breaker, photo credit: Paul Selvaggio.

Bred corals on the reef, photo credit: Paul Selvaggio.

Können auch Korallenriffe wandern?

Tier- und Pflanzenarten reagieren auf den Klimawandel durch Migration in klimatisch geeignetere Verbreitungsgebiete. Die Wanderung vollzieht sich fast immer polwärts. Dies trifft auch auf Korallen zu. Ein schönes Beispiel ist Südjapan. Es liegt etwa 600 km nördlich des artenreichsten Meeresgebietes der Erde; dem Korallendreieck, dessen nördliche Spitze die Philippinen bilden. Von hier verbreitet der Kuroshio-Strom warmes Wasser sowie Korallen- und Fischlarven bis nach Tokio. Kein Wunder, dass um die südlichen japanischen Ryūkyū-Inseln der Präfektur Okinawa ausgedehnte Korallenriffe existieren. Diese Riffe gehören zu der nördlichsten Welt und liegen schon in den kühleren Subtropen. Doch selbst hier bleichten die Riffe 2016 fast vollständig aus. Auch Korallen in kühleren Regionen müssen also Strategien gegen den Klimawandel entwickeln. Und das tun sie.

Eine Langzeitstudie ergab, dass die Korallen seit den 1930er Jahren mit einer Geschwindigkeit von 14 km/pro Jahr nordwärts wandern und den Algen- und Seetang-Bewuchs von Südjapan bis Tokio verdrängen. Unter den Wanderern sind überwiegend Korallen, die schon heimisch waren und sich jetzt auf ganzer Linie durchsetzen, aber auch andere Klimaflüchtlinge aus den Tropen. Zwei wichtige riffbildende tropische Korallenarten wurden in größeren Populationen nachgewiesen. Wir haben uns daran gewöhnt, die Korallen als die großen Verlierer des Klimawandels zu sehen. Dies ist zwar, was die Tropen angeht, berechtigt, doch in Japan zeigt sich, dass sich einige Korallenarten anpassen können und den Sprung aus den Tropen in die Subtropen schaffen.

Fukui reef, Japan, photo credit: XL Catlin Seaview Survey.

Follow me, photo credit: Paul Selvaggio.

Look up, photo credit: Zach Ranson.

Was kann ich selbst tun?

Der IPCC-Klimabericht vom September 2019 mahnt nachdrücklich, dass schon eine Erwärmung um 1,5 °C ein großes Risiko für die Korallenriffe bedeutet. Jegliche Vermeidung von CO2 Emissionen und die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre hat somit oberste Priorität. Wir alle können unseren eigenen ökologischen Fußabdruck verkleinern. Auch in Politik und Wirtschaft müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden. In einer Demokratie haben alle die Möglichkeit Entscheidungen zu beeinflussen, das heißt insbesondere die Politiker*innen zu wählen, die sich dafür einsetzen, effektive Maßnahmen zu ergreifen, um den Klimawandel.

Bitte Weitersagen!
Ein wichtiger Beitrag ist auch die Not der Korallenriffe mehr in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken: Teilen Sie mit Ihrer Familie, Ihren Freunden und Arbeitskollegen, warum wir dieses wunderbare und vielseitig wertvolle Ökosystem nicht verlieren dürfen!

Was kann ich selbst tun?

Der IPCC-Klimabericht vom September 2019 mahnt nachdrücklich, dass schon eine Erwärmung um 1,5 °C ein großes Risiko für die Korallenriffe bedeutet. Jegliche Vermeidung von CO2 Emissionen und die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre hat somit oberste Priorität. Wir alle können unseren eigenen ökologischen Fußabdruck verkleinern. Auch in Politik und Wirtschaft müssen dringend Maßnahmen ergriffen werden. In einer Demokratie haben alle die Möglichkeit Entscheidungen zu beeinflussen, das heißt insbesondere die Politiker*innen zu wählen, die sich dafür einsetzen, effektive Maßnahmen zu ergreifen, um den Klimawandel.

Bitte Weitersagen!
Ein wichtiger Beitrag ist auch die Not der Korallenriffe mehr in den Blick der Öffentlichkeit zu rücken: Teilen Sie mit Ihrer Familie, Ihren Freunden und Arbeitskollegen, warum wir dieses wunderbare und vielseitig wertvolle Ökosystem nicht verlieren dürfen!

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Look up, photo credit: Zach Ranson.

Wie sehen Korallenriffe aus – eine filmische Einführung!

1. Unterstütze Politik für gesunde Riffe

  • Wähle Politik die Schutz fördert und Treibhausgasemissionen reduziert.
  • Trete ein für wissenschaftsbasierte Entscheidungen und Riffschutz.
  • Kommuniziere deine Prioritäten mit Politikern und Entscheidungsträgern.

2. Reduziere deinen Umweltfussabdruck

  • Verzichte auf Einwegartikel (v.A. Einwegplastik).
  • Kaufe nachhaltiges Essen von lokalen Produzenten.
  • Reduziere deinen Konsum und verzichte auf umweltschädliche Produkte.
  • Bewege dich mit weniger Treibhausgasen: Radle, laufe, fahre öffentlich, fahre elektrisch.
  • Reduziere deinen Energiekonsum: Achte auf energiesparende Geräte, Heize mit klimafreundlicher Technologie, verzichte auf energieintensive Produkte.
  • Kompensiere deine Treibhausgasemissionen: Wenn Emissionen schwer vermeidbar sind kompensiere sie durch Spenden an renommierte Organisationen die CO2-Einsparungsprojekte fördern.

3. Fördere Umweltbildung und Bewusstsein für Riffschutz

  • Beteilige dich an lokalen Aktionen wie Strandsäuberungen und Spendensammlungen.
  • Bilde dich und teile dein Wissen.
  • Spende für Riffforschung und -schutz. Webseiten wie GlobalGiving (Explore Projects (globalgiving.org), GuideStar https://www.guidestar.org/search und Charity Navigator (nur US-basierte NGOs) https://www.charitynavigator.org/, helfen über auswählbare Suchkriterien NGOs zu finden die in dem thematischen oder geographischen Gebiet aktiv sind in dem man unterstützen will und bewerten gleichzeitig deren Arbeit anhand von verschiedenen Kriterien, wobei man meist auch hier Schwerpunkte setzten kann.
  • Teile diesen Aufruf mit anderen.

Carribean coral reef, photo credit: Reef Patrol.

Intactact elkhorn coral stand, Mexico, photo credit: Paul Selvaggio.

Korallenriffe im Angesicht des Klimawandels

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Korallen bilden die Grundlage für ein ganzes Ökosystem, sie bauen das Riff selbst. Viele der Riffbewohner leben in einer engen Beziehung zu den Korallen und zueinander, somit erhält sich das Riff auch selbst!

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Der Amazonas steht vor ernsten Bedrohungen: Abholzung, Brände für die Landwirtschaft und Klimawandel. Die Degradierung beschleunigt Verlust, schafft Teufelskreise. Interkonnektivität verschärft Auswirkungen. Sofortiges Handeln ist zwingend.